Indische Feiertage: Deepavali und Thaipusam – ein paar Fakten

 Deepavali – das wichtigste hinduistische Fest Malaysias (vergleichbar mit Weihnachten & Neujahr für Christen)
Übersetzung: „Lichterreihe“ oder „Weg des Lichts“
Datum: Deepavali wird im Monat Aippasi (Okt./ Nov.) gefeiert
Bedeutung: Gefeiert wird der Sieg des Guten über das Böse, des Lichts über die Dunkelheit und das Erkennen eigener innerer Stärke.
Ziel: „Removal of evil to help humanity“. Um dies zu erreichen sollte man den Armen spenden.

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Generell gilt: Deepavali wird überall ein wenig unterschiedlich gefeiert, mit unterschiedlichen mythologischen Bezügen. Deshalb werde ich hier nur beschreiben, wie Deepavali von den meisten indischen Familien Malaysias gefeiert wird, bzw. wie es in meiner indischen Gastfamilie ablief:
Am Haupttag von Deepavali wird der Sieg Krishnas über den Dämonen Narakasur gefeiert. Noch vor Sonnenaufgang findet symbolisch das „Bad im Ganges“ („Ganga Snanam“) statt, bei dem der ganze Körper gründlich, möglichst mit Öl, gewaschen wird. Anschließend zündet die Frau des Hauses den Hausaltar an und man kleidet sich neu ein. Nachdem die Kinder von ihren Eltern gesegnet wurden und Geschenke, beziehungsweise Geld in so genannten „Am Pao“ – Umschlägen (ursprünglich chinesische Tradition; die malaysischen Inder und Malaien haben sie übernommen) erhalten haben, geht es mit der ganzen Familie in den Tempel. Erst nach dem Besuch im Tempel wird gefrühstückt. Abends werden kleine Öllampen oder Kerzen, vor allem im Kolem (Designs aus Reismehl auf dem Boden; siehe Foto) angezündet, um die Göttin Lakshmi zu empfangen. Immer mehr Inder steigen allerdings auf elektrische Lichterketten um, mit denen teilweise ganze Häuser und Straßen erleuchtet werden.
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Anschließend, sowie an den kommenden Tagen werden Verwandte oder Freunde besucht, weitere „Am Paos“ überreicht, viel leckeres Essen, vor allem Kekse (diese Tradition haben in Malaysia auch alle Ethnien übernommen) gegessen und Feuerwerke, sowie Knallfrösche gezündet.

Mir hat Deepavali persönlich sehr gut gefallen. Meine persönlichen Highlights waren der Tempelbesuch in Kuantan am Samstag (siehe Foto), sowie unser Ausflug in die durch die Kolonialisierung stark portugiesisch geprägte Stadt Melakka im Süden von Kuala Lumpur. Zusammen mit weiteren indischen Verwandten waren wir unter anderem auch in einem „Tamil-Movie“ – stark zu empfehlen! Als der „indische George Cloony“ zum ersten Mal auf dem Bildschirm erschien eskalierte der komplette Kinosaal, während den Liedern wurde aufgestanden und mitgesungen oder eine Rauchpause eingelegt und während den Action-Szenen wurden die „Guten“ angefeuert und die „Bösen“ ausgebuht. Langeweile Fehlanzeige!

 

Thaipusam

Datum: am Vollmond des tamilischen Monats „Thai“ (Jan./ Feb.); 3 Tage
Übersetzung: „Pusam“ steht für einen Stern, der während dessen seinen Höchststand erreicht hat
Bedeutung: Gefeiert wird neben dem Geburtstag von Gott Murugan (Sohn von Shiva und Parvati) die Übergabe einer Lanze von Parvati an Murugan, mit welcher dieser den Dämonen Soorapadman besiegen könne.

Wie läuft Thaipusam ab?
3, 5 oder 7 Tage vor Thaipusam sollten Hindus vegetarisch essen oder anders fasten (Vegetarische Ernährung spielt in Malaysia- vor allem bei Chinesen und Indern- sowieso eine viel größere Rolle als in Deutschland!). Am Hauptfeiertag wird früh aufgestanden, anschließend pilgert man zu einem von Lord Murugans Tempeln („Cave Temple“ in Ipoh, „Batu Caves“ in Kuala Lumpur, „Waterfall Temple“ in Penang oder „Marathandavar Temple“ in Penang). Am meisten los ist vermutlich in den Batu Caves in KL, weshalb wir diese bewusst gemieden und uns für den „Waterfall Temple“ auf der Insel Penang im Nordwesten Malaysias entschieden haben. Da wir bereits einen Tag früher mit dem Nachtbus angereist sind, wurden wir sogar noch Zeugen von der „Kokosnussschlacht“ (siehe Foto) auf den Straßen Georgetowns. Inder aus der ganzen Umgebung waren gekommen, um Kokosnüsse auf dem Weg zum Tempel zu zertrümmern und gemeinsam zu Pilgern. Vor allem am nächsten Tag sah man immer mehr Menschen, die „Kavadis“ (eine Art kleine Milchkännchen) an in ihren Körper gesteckten Haken oder schwere Schreine trugen. Manche hatten sich sogar Spieße quer durch die Backe gesteckt (siehe Foto).
In der Nacht des dritten Tages pilgerten die Gläubigen wieder zurück in die Stadt.

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Mein Highlight: Eindeutig die „Kokosnussschlacht“, mit der das Böse vernichtet werden sollte, wie uns erklärt wurde. Sehr einprägsam war auch eine Frau, deren Gesicht auf Grund der Haken so blutverschmiert war, dass man es fast nicht mehr erkennen konnte und die komplett in Trance war. Dieses Bild bleibt mir vermutlich für immer in Erinnerung.
Empfehlenswert sind in Penang auch noch ein großer chinesischer Tempel, sowie die verschiedenen Street-Art Kunstwerke. Allerdings ist Penang sehr touristisch und ich war froh, am Ende dieses Wochenendes wieder in das beschauliches Kuantan zurückkehren zu können.

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