Hallo ihr Lieben,

es tut mir wahnsinnig Leid, dass ich auf meinem Blog so lange nichts mehr geschrieben habe. Das liegt an mehreren Gründen. Erstens ist es ziemlich schwer, regelmäßig Rundbriefe zu schreiben, da wir zu Hause kein Internet haben (eine Art Entschuldigung für meine Faulheit, sich gegenüber meinem Gewissen durchzusetzen). Zweitens hatte ich in letzter Zeit so viele neue, teilweise verstörende Eindrücke und kaum die Zeit, diese vernünftig und in größerem Umfang zu beschreiben (ja, auch hier im momentan sehr regnerischen Malaysia fängt einen der Weihnachtsstress wider Willen – und zwar auf Grund des langen Postweges schon Wochen vor Heiligabend) …und so kam bei mir irgendwann der Zeitpunkt, an dem ich dachte: „Lass doch einfach erstmal alles eine Zeit lang auf dich einwirken, bevor du was darüber schreibst.“ So kam es also, dass ich mich heute erst wieder hier melde- und mich an dieser Stelle vielmals dafür entschuldige! Dafür gibt es in diesem Bericht zur Erinnerung alle grundlegenden Infos nochmal zusammengefasst, zusammen mit kunterbunt gemixten Eindrücken – in einem Versuch, alles zumindest ein klitzekleines bisschen zu strukturieren (aber mal ehrlich: wäre alles perfekt strukturiert, ohne Zwischeneinfälle schön säuberlich zusammengefasst und gegliedert, dann wäre es auch nicht von mir 😉 )

Teil 1: Über „Satu Malaysia“ und das Thema Rassismus

In Malaysia habe ich mich mittlerweile gut eingelebt. Gemeinsam mit Janina, einer meiner mittlerweile sechs WG-Mitbewohnerinnen, arbeite ich hier unter der Woche von 9 bis 17 Uhr im „Rapha Children’s Home“, einem „Waisenheim“ mit 36 Kindern. Eigentlich ist es nämlich gar kein Waisenheim, da die meisten Kinder noch mindestens ein Elternteil haben. Deren Schicksale haben wir allerdings bis heute noch nicht alle herausgefunden.

Jedoch ist uns schnell aufgefallen, dass alle Kinder im Heim entweder zu Christen konvertierte (und mit einem christlichen Namen versehene) Chinesen (Mehrheit), „Orang Aslis“ oder Inder sind. Das erkläre ich mir entweder dadurch, dass Malaien sich niemals zum Christentum konvertieren lassen könnten und dürften, andererseits aber vielleicht auch darin, dass hier in Malaysia malaiische Familien besonders vom Staat unterstützt werden. Schrecklich, wenn man bedenkt, dass in Malaysia nur ca. 50% Malaien (Muslime), dafür aber noch ca. 25% Chinesen (Buddhisten oder Christen), ca. 8% Inder (meist Hindus) und weitere ethnische Gruppen, wie indigene Völker (Orang Asli, Dyaks, Iban, Bidayuh Kadazan Dusun, Bajau…), Baba-Nyonyas (nachfahren früher Chinesischer Immigranten) oder Eurasier (vor allem portugiesische Nachfahren, die 1511 nach Melaka kamen), alle mit malaysischer Staatsbürgerschaft, leben.
Nicht-Malaien werden von der muslimischen Regierung allerdings in vielen Lebensbereichen benachteiligt. Malaien, wurde mir mehrfach erzählt, können zum Beispiel ohne weitere Probleme auf eine staatliche Universität gehen, alle anderen brauchen einen perfekten Abschluss und selbst dann ist es noch fraglich, ob man angenommen wird.

Am 25. August 2013 erschien in den Schorndorfer Nachrichten ein Artikel über Malaysia von Brigitte Jährigen mit dem Titel „Innerer Frieden“. Darin spricht sie vom Gegenseitigen „Respekt vor anderen Religionen.“ Dem würde ich allerdings nicht hundertprozentig zustimmen. Klar gibt es viele Malaysier, die andere Religionen respektieren. Und es gibt auch keinen Krieg oder große Aufstände. Allerdings gibt es genau so viele Malaysier, die die anderen Religionen nicht respektieren. Hier ein Beispiel, welches sich ziemlich am Anfang unseres Malaysia-Aufenthaltes zutrug: Janina und ich kamen montags wieder zur Arbeit und wurden von dem Mann unserer Chefin gefragt, was wir denn am Wochenende unternommen hätten. Als wir ihm erzählten, wir seien bei einem chinesischen Tempelfest gewesen, reagierte er ganz geschockt und erklärte uns, dass wir uns von den „Teufeln“ fernhalten sollten. –Und wehe man erwähnt, dass man Atheist ist oder nicht täglich betet!
Gleichzeitig hängt viel des gegenwärtigen Rassismus vermutlich auch mit der Geschichte Malaysias zusammen. Inder beispielsweise wurden früher als Plantagenarbeiter nach Malaysia geschifft und haben noch heute den Ruf, nichts wert zu sein und nur Unruhe zu stiften. „Smelly Indians“ (stinkende Inder) werden sie hier auch genannt.
Ich kenne kaum einen Chinesen, der malaiische oder indische Freunde, hat. Kaum einen Malaysier, der chinesische oder indische Freunde hat und kaum einen Inder, der chinesische oder malaysische Freunde hat. Jedes Mal, wenn über jemanden gesprochen wird lautet die erste Frage: „He‘s which race?“ („Welche Rasse ist er?“)
Dieses „wahre Gesicht“ vieler Malaysier durchschauten auch wir erst nach und nach.
Dabei möchte ich keinesfalls behaupten, dass diese Grundeinstellung für alle Menschen hier zutrifft, denke aber, man sollte der Propaganda der malaysischen Regierung nicht zu hundert Prozent Glauben schenken, wenn sie mit „Satu Malaysia“ („Einem Malaysia“) prahlt. (Vermutlich werde ich für diesen Satz noch des Landes verwiesen….)
Dieser teilweise unterschwellige aber stets vorhandene Rassismus, das Misstrauen unter den verschiedenen Völkern ist das, was mich hier in Malaysia am meisten stört.

Während Deepavali, dem indischen Licherfest, waren wir für eine Woche in einer indischen Gastfamilie. Als ich während einer Autofahrt das Thema Chancengleichheit ansprach, beendete mein hinduistischer Gastvater das Gesprächsthema sofort, indem er mir erklärte, Inder hätten dieselben Rechte wie alle anderen Malaysier auch. Ich schwieg. Später, als ich alleine mit ihm einen Tempel besichtigte, dankte er mir. Er wolle seine Tochter und seinen Sohn in dem Glauben lassen Inder hätten dieselben Rechte, um zu verhindern, dass sie die nicht vorhandene Chancengleichheit als Grund sehen könnten, schlecht in der Schule zu sein. Er habe all sein Vermögen zusammengekratzt, um seinen Kindern dieselbe Ausbildung zu ermöglichen, wie malaiische Kinder sie erhalten. Und er sei sehr froh, dass er die Möglichkeit dazu habe. Viele seiner indischen Freunde hätten diese Möglichkeit nicht.

Soviel zu „Satu Malaysia“.

Teil 2: Zurück zur Arbeit:
Anfangs hatten wir ein paar Probleme damit, uns an die Regeln im Heim zu gewöhnen. Eine Regel ist beispielsweise, dass die „Tanten“ (wie nicht nur die Erzieherinnen, sondern eigentlich alle Frauen hier von Kindern genannt werden) den Schlagstock verwenden. –Und ihn uns auch angeboten haben, beziehungsweise uns nahegelegt haben, ihn zu verwenden. Natürlich haben wir abgelehnt. Der Bequemlichkeit, so für Ruhe und Aufmerksamkeit zu sorgen, wollten wir uns nicht hingeben. Meine Meinung dazu? Es ist verdammt schwer, damit umzugehen. Vor allem, wenn beispielsweise Daniel, der 2-Jährige Sohn einer der „Aunties“ mit dem Schlagsock auf den Tisch haut und „Aunty“ spielt. Die komplette Erziehung hier ist anders, vermutlich ein Stück weit vergleichbar mit der Erziehung in Deutschland früher. Frauen sind vor allem für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig, Männer haben das sagen und Kinder dürfen eh keine eigene Meinung haben. Auch wenn man fairerweise sagen muss, dass sich das deutlich bessert.
So ist es allerdings auch nicht komplett zu verurteilen, dass im „Rapha“ (noch?) der Schlagsock angewendet wird. Ich denke und hoffe, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bist dieser abgeschafft wird und man Schlagstöcke auch nicht mehr problemlos auf dem „Morning Market“ am Stand zwischen Obst und Gemüse kaufen kann. An dieser Stelle denke ich, dass die jährlich von der Bundesregierung gesendeten Freiwilligen eine Art Vorbild sein könnten und durchaus dazu beitragen, dass der Schlagstock sehr bald ganz abgeschafft wird.
Allerdings müssen Janina und ich auch aufpassen, dass wir die Autorität der „Aunties“ nicht komplett untergraben, indem wir den Kindern erklären, dass man sowas nicht macht und dass wir das nicht machen. Schließlich befinden wir uns in einem anderen Land mit anderen Sitten und Bräuchen, so hart das klingt. Gleichzeitig muss man nämlich auch einsehen, dass 4 „Aunties“ in einem Heim mit 36 Kindern einfach viel zu wenig sind. Schon allein, wenn man bedenkt, dass sie für alle Kinder von 5 Uhr morgens bis 23 oder 24 Uhr abends kochen, putzen und waschen müssen. Klar helfen die Kinder beim Haushalt mit, aber da sie meistens den ganzen Tag in der Schule oder bei der Nachhilfe sind, kann man diese Hilfe kaum zählen. Wenn sie dann zwischendurch noch für Ruhe und Ordnung unterhalb der Kinder sorgen müssen, kann man vielleicht verstehen, wie es aus ihrer Sicht, ohne irgendeine spezielle Ausbildung zur Arbeit im Kinderheim, der einfache Weg ist, mit dem Schlagstock zu drohen…

Doch auch wenn es oft schwierig ist, alle Argumente zu berücksichtigen, keine Autoritäten zu untergraben und seiner eigenen Moral aber trotzdem treu zu bleiben, bin ich sehr dankbar darüber, wie wir unsere Arbeitssituation vom Beginn unseres Einsatzes bis heute verändern konnten.

Anfangs mussten wir nämlich auf Anweisung unserer Chefin zuschauen, dass die Kinder die ganze Zeit über leise sind und lernen. Vor allem bei den Vierjährigen, die wir täglich von neun bis zwölf Uhr unterrichten, war das natürlich nicht ganz einfach… Sie durften keinen Mucks machen, mussten an getrennten Tischen mit Sichtschutz zu allen Nachbartischen wiederholt das ABC schreiben und sich in der Fünf-Minuten-Pause still in eine Ecke knien.

Mittlerweile vertraut uns unsere Chefin aber zum Glück schon so weit, als dass wir vormittags mit den Kleinen auf den Spielplatz gehen und im Klassenzimmer unsere eigenen Regeln aufstellen dürfen, solange die Kinder einigermaßen still sind.
Vor den großen Ferien (halber November, kompletter Dezember), als die Kinder kaum mehr Hausaufgaben hatten, unterrichten wir die Älteren in Englisch, Mathe, Erdkunde, Naturphänomene, Malaysisch und versuchten sogar, ihnen bei ihren Chinesischhausaufgaben zu helfen (fast alle Malaysier sprechen mindestens zwei oder drei Sprachen!). Montags stand Theater- und Klavierunterricht auf dem Programm. Das machte den Kindern allerdings zu viel Spaß, was zur Folge hatte, dass sie nicht mehr zur Mathe-Nachhilfe zu einer anderen Lehrerin gehen wollten… und führte zu einem weiteren Konflikt… Also haben wir damit erst einmal wieder aufgehört und uns stattdessen auf unseren Zahnarzt-Marathon konzentriert, den wir mit den Kindern gestartet haben, da wirklich alle Kinder (bis auf 2, deren Mutter als „Auntie“ im Heim arbeitet und lebt) kaputte Zähne haben. Eine unserer 4-Jährigen, Amy, hat beispielsweise 6 riesige Löcher. Das bedeutet, dass wir alleine mit ihr 6 Mal zum Zahnarzt durften. Die großen Schulferien kamen da sehr gelegen, da die Kinder den ganzen Tag sowieso nur im Heim „rumhängten“ (raus geht hier keiner so richtig, selbst die kleinste Strecke wird mit dem Auto zurückgelegt und für Kinder ist es in diesem Land, in dem jeder seine Haustüre mindestens drei Mal abschließt, zu gefährlich alleine).

Jetzt sind die Schulferien vorbei – und die Kinder haben wieder massig Hausaufgaben, was die Frage nach unserer Nachmittagsbeschäftigung von alleine klärt. Besonders anstrengend ist es mit zwei unserer kleinsten Kinder, die jetzt in den Kindergarten, hier eine Art Vorschule, gekommen sind. Ihr Hausaufgabe an Tag 1: Die Zahlen von 1-50 zwei Mal schreiben. Klasse. Und wie sollen zwei fünfjährige, frisch in die Vorschule eingeschulte Kinder das können? Tag 2: Zwei Seiten englische Wörter perfekt in die Vorgezeichneten Linien abschreiben. Am nächsten Tag war die Hälfte wieder rausradiert, da nicht perfekt in die Linien geschrieben…
An Tag 3 gab es dann die Zahlen von 1-100. So viel zu unserer neuen Nachmittagsbeschäftigung.
Gleichzeitig wollen wir jetzt aber auch Versuch zwei mit Klavier- und Theaterunterricht starten. Bisher funktioniert es ganz gut. Außerdem ist letzte Woche die erste Ladung Briefe unserer neuen Brieffreunde (die 7e des Burg-Gymnasiums aus Schorndorf) angekommen, auf die wir gerade antworten (Ihr könnt euch also schon mal freuen, liebe 7e!).
Ansonsten fallen uns außer Unterrichten (vor allem auch etwas Allgemeinbildung) und Basteln) nicht sehr viele Aktivitäten ein. Zum Tempelvorplatz nebenan, wo wir zu Beginn immer zum Fußballspielen hin durften, können wir leider nicht mehr, da es dort mittlerweile Geister hat… Und auch unsere sonstigen Pläne werden oft durchkreuzt, da immer wieder Leute ins Heim kommen, um irgendwelche Sachen zu Spenden und dann gefühlte tausend Fotos mit den „armen Kindern“ zu machen, welche hinterher alle auf Facebook landen… („Can not- got people come!“)
Das hört sich jetzt vielleicht alles etwas zu negativ an, ich wollte euch nur deutlich machen, wieso es hier manchmal etwas schwierig ist, seine Ideen wirklich in die Tat umzusetzen. Dafür haben wir unseren Zahnarztmarathon jetzt fast beendet und es geschafft, den Kindern (wie gesagt: mussten alle zum Christentum konvertieren ) etwas über andere Religionen beizubringen, ein riesiger Schritt, da hier doch jede Religion, die nicht die eigene ist, teuflisch und falsch ist.

Es gibt also Einiges zu beachten und man sollte am besten einfach so spontan wie möglich sein, dann wird das schon.

Teil 3: Essen

Auch wenn sich die verschiedenen Ethnien (v.a. Malaien, Chinesen und Inder) sich hier noch so sehr voneinander distanzieren, einen Vorteil hat das Ganze doch: Es gibt viel leckeres Essen. Und da das Essen in Malaysia (und zugegebener Weise auch in unserer WG) eine unglaublich hohe Stellung hat, dachte ich, muss ich ihm hier  (auch weil ich mittlerweile finde, dass Malaysia zu den Ländern mit dem besten Essen auf der Welt gehört) nochmal ein Kapitel widmen. Bestes Essen? Klar, so ganz kann ich das mit meiner Reiseerfahrung noch nicht beurteilen. Aber es ist lecker. Sehr lecker. Und ein wichtiger Unterschied zwischen Malaysia und anderen Schwellen- und Entwicklungsländern ist einfach, dass es durch die verschiedenen Kulturen auch viel verschiedenes Essen gibt. In Malaysia kriegt man Rund um die Uhr günstiges Essen (ca. 1€ pro Mahlzeit) – denn auch Malaysier essen oft außer Haus. Und es ist für jeden was dabei, sogar für uns Vegetarier, da vor allem Inder und Buddhisten sich zumindest teilweise vegetarisch ernähren. Neben gebratenen Nudeln (Mee goreng) oder gebratenem Reis (Nasi goreng) gibt es hier nämlich sehr viel mehr, was das Herz begehrt…

Malaiisch gibt es außer Nasi Lemak (in Kokosmilch gekochter Reis – normalerweise mit  Fisch-Soße), sowie Rojak (kalter Gemüsesalat mit Ananas) leider wenig für Vegetarier zu essen. Für Fleischesser gibt es dafür zum Beispiel Fleischspieße, sogenanntes „Satay“. Bei malaiischem Essen wird vor allem darauf geachtet, dass das Essen „halal“ (vor allem ohne Schweinefleisch) ist. Gegessen wird meistens mit der rechten Hand oder mit Gabel und Löffel.

Auf unseren vorderen Plätzen beim chinesischen Essen: Kway Teow (Aussprache immer unterschiedlich- wir haben es bis heute nicht richtig drauf; breite, „glibbrige“ Reisbandnudeln; meist gebraten; gibt es bei uns meist montags auf dem Nachtmarkt), Bak Kut Teh (chinesischer Eintopf, auch vegetarisch – mit Zimt!), Curry Mee (Nudeln und Tofu in Curry-Kokosnuss-Suppe) und Pao (gedampfte Brötchen mit Füllung; oft Bohnen/ Nuss/ Kokos), welche natürlich mit Stäbchen oder einem chinesischen Suppenlöffel gegessen und geschlürft werden – rülpsen ist theoretisch erlaubt!

Sehr lecker ist allerdings auch das meist mit der rechten Hand, teilweise aber auch mit Löffel und Gabel, gegessene indische Essen: Capati (pfannenkuchenähnlich, aus Mehl und Wasser mit Dahl; ca. 25ct); Roti Canai (pfannenkuchenähnlich aber ganz dünn und anschließend gefaltet; gibt es auch mit Ei/ Banane/…); Tosai (indisches Fladenbrot aus Linsensauerteig); Briyani-Reis (würziger indischer Reis) mit Soßen, Ladyfinger- und Bohnengemüse oder für die Nicht-Vegetarier mit Fisch oder Chicken; Butter-Knoblauch-Nan (Fladenbrot; einfach am besten mit Butter und Knoblauch 😉 ) oder Vadai (salzige Doughnuts mit Zwiebeln, Knoblauch, Gemüse…; ca. 12ct).

DSCF0810a  DSCF0803a
(meine indische Gastmutter hat mir gezeigt, wie man vegetarischen Fisch, Chicken und Bohnen kocht – in Malaysia gibt es viele „Fleischprodukte“ aus Bohnen oder Tofu)

Zum Nachtisch gibt es malaiische  Kuih-Muih, kleine „Glibber-Küchchen“ aus Reismehl, Cendol (eine Art grüner Nudeln und bundes Gelee in süßer Kokosmilch; sehr schwer zu beschrieben), einen ABC-Drink (Eis, Gelee, Bohnen, Mais, Nüsse, Reis… – einfach mit allem!), Apam Balik (Pfannenkuchen mit Butter, Zucker, Nüssen und Mais) oder schlichtweg Obst (Mangos, Ananas, Bananen, Äpfel…).

 DSCF7352a   ABC-Drink
(„Glibber“)                                                              (ABC-Drink)

DSCF6654a
(Apam Balik)
                                                 

Zu Trinken gibt es Milo (malzhaltiges Kakaogetränk mit viel Zucker, sahniger Milch und Eiswürfeln; Preis ca. 50ct) oder Teh Tarik (aufgeschäumter Schwarztee mit viel Zucker, sahniger Milch und Eiswürfeln)- beides SEHR lecker! Was es auch noch gibt ist Rosensirup, schmeckt allerdings ein bisschen wie sehr süßes Badewannenwasser, leider nicht mein Geschmack…

Milo und Teh Ice!!!a
(links: Milo Ice, rechts: Teh Tarikh Ice)

Soviel zu den Mahlzeiten an sich. Hier noch ein paar interessante Fakten, Erklärungen und Verhaltensregeln:

  1. Die linke Hand ist unrein, da sie auf der Toilette mit Wasser anstatt Toilettenpapier verwendet wird – und somit beim Essen tabu!
  2. Man lässt Ältere oder Gäste die Mahlzeit beginnen. Oft wird auf dem Boden gegessen. Wenn man sich dann erheben will, sollte man das gebückt tun.
  3. Alle Getränke gibt es auch zum Mitnehmen- in Pastiktüten mit Strohhalm
  4. Knoblauch und Zwiebeln sind in jedem Essen. Man braucht sich also keine Sorgen zu machen… man ist der oder die einzige, wenn man keinen Knoblauch und keine Zwiebeln isst.
  5. Kartoffeln oder anderes Gemüse werden nicht in Wasser sondern in Öl gekocht.
  6. Essen gehen hat einen komplett anderen Stellenwert als in Deutschland – das Ziel ist es, so schnell wie möglich sein Essen zu bekommen und so schnell wie möglich wieder gehen zu können.
    In Melaka war ich mit meiner indischen Gastfamilie beispielsweise in einem 24h-Restaurant. Der Besitzer überwacht seine Mitarbeiter in jeder Sekunde. Zum Kunden und zurück müssen sie rennen und wenn sich auch nur einer während der 12h-Schicht kurz hinsetzt, wird er gefeuert. Auch, wenn zu diesem Zeitpunkt kein Kunde da war.
  7. Eier, Zwiebeln und Knoblauch gelten hier aus nicht-vegetarisch. Wollen wir sie in unsere Nudeln, müssen wir es immer dazu sagen: „ No meat, no fish. But egg, garlic, onion can“ (Man gewöhnt sich schnell an malaysisches Englisch, wie ihr seht. Meistens wurde es einfach vom Chinesischen oder Malaiischen direkt ins Englische übersetzt – über die verschiedene Sprachen werde ich aber ein anderes Mal schreiben.)

Bleibt für alle Malaysia-Kenner nur noch zu sagen: „But we go makan first, lah!“
(Zitat eines indischen Mitreisendens auf dem Weg vom Flughafen nach KL: „Aber wir gehen zu erst essen“ – der perfekte Satz, wenn man Malaysia und das, was alle hier verbindet beschreiben müsste)

DSCF4355a

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s